„Fotografie als reine Grafik“ (László Maczky)

Die Fotokunst des in München lebenden, ungarischen Architekten und Fotografen László Maczky ist geprägt von der Verdichtung und Reduzierung auf das Wesentliche. Klare Linien und Kompositionen verdeutlichen das Besondere eines erlebten Augenblicks, der mit der Kamera festgehalten wird.

László Maczkys Fotografien fordern den Betrachter heraus: nicht, weil sie mit schreienden Motiven und Coverglanz provozieren, sondern im Gegenteil:
Er filtert Details unserer Wirklichkeit aus dem optischen Dauerbeschuss, schärft den Blick für das ästhetisch Besondere und erzeugt mit eindringlichen, künstlerischen Stilmitteln einen Rhythmus der Stille, den wir heute kaum mehr gewohnt sind.
Klare Linien und Formen, der kompositorische Einsatz von Spiegelungen,  Asymmetrien oder die rhythmische Reihung mancher Motive und prägnante Hell-Dunkel-Kontraste betonen den grafischen Gestaltungsansatz von László Maczky.

In seinen ebenfalls analog aufgenommenen, aber digital bearbeiteten, großformatigen Fotoarbeiten (farbig und s/w) verfolgt László Maczky diesen Ansatz konsequent weiter. Die Architektur von Fassaden wird ästhetisch weitergedacht und im Sinne einer stilistischen Idealisierung überhöht. Hier kommt der Architekt zu Wort, wenn es darum geht, für das visuell Gegebene eine absolute Form zu (er-)finden.

Er löst seine Motive aus Raum und Zeit und konkretisiert sie zu Zeichen, zu etwas Absoluten. Die daraus entstehende, ästhetische Klarheit betont seine formale Aussage über das visuell Erlebte und lässt eine große, inhaltliche Tiefe entstehen.

© Gisela Prokop, Kunsthistorikerin München 2008

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